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05/06/98

Die Halbfinalisten im Porträt

Schweden:

Seit 1990 sind die Schweden bei einem Großereignis immer dabei, wenn es um die Vergabe der Medaillen geht. Das ist in Südtirol nicht anders. Nach vier Siegen gegen Deutschland (21:20), durfte sich die Mannschaft von Trainer Bengt Johansson am Donnerstag im letzten Gruppenspiel gegen Italien (28:29) sogar eine Niederlage leisten und zog trotzdem als Gruppenerster ins Halbfinale ein. Morgen um 20 Uhr in Bozen gegen Rußland wird Johansson aber wieder auf seine Routiniers Magnus Wislander, Staffan Olsson (beide 34) und Pierre Thorsson (32) zurückgreifen, die zusammen mehr als 700 Länderspiele bestritten haben und gegen Italien geschont wurden. "Wir sind im Halbfinale, jetzt wollen wir auch den Titel holen", sagt Johansson vor dem "Evergreen" gegen Rußland. Die Neuauflage des letztjährigen WM-Finales verspricht Spanung pur.

Bisherige Erfolge:

Weltmeisterschaft: Gold 1954, 1958, 1990; Silber 1964, 1997; Bronze 1938, 1961, 1993, 1995.

Olympische Spiele: Silber 1992, 1996

Europameisterschaft: Gold 1994, 4. Platz 1996

Rußland:

Als der amtierende Welt- und Europameister seine Aufstellung für die EM in Bozen und Meran bekannt gab, stand er bei vielen Experten nicht mehr ganz oben auf der Favoritenliste. Doch auch ohne die verletzten Stammspieler der letzten Jahre wie Gopin, Kudinow, Atawin oder Grebnew hat sich die Mannschaft von Wladimir Maksimow für das Halbfinale qualifiziert. Zwar nicht immer überzeugend wie beim 22:21 gegen Tschechien oder beim 26:26 gegen Mazedonien, aber im entscheidenden Spiel gegen den Erzrivalen Kroatien (29:14) ließ die Mannschaft ihre alte Stärke aufblitzen. Und schließlich stehen mit Torhüter Lawrow, Spielmacher Kuleschow oder Pogorelow und Kreisläufer Torgowanow Spieler im Team, die jederzeit ein Spiel im Alleingang entscheiden können.

Bisherige Erfolge:

Weltmeisterschaft: Gold 1982, 1993, 1997; Silber 1978, 1990.

Olympische Spiele: Gold 1976, 1988, 1992, Silber 1980

Europameisterschaft: Silber 1994, Gold 1996

Spanien:

Für Spanien gilt ähnliches wie für Rußland. Cheftrainer Roman Seco muß bei der Europameisterschaft auf einige Leistungsträger verzichten. Masip, Garralda und der verletzte Inaki Urdangarin, Prinz von Mallorca, sind in Südtirol nicht dabei. Dennoch hat die Mannschaft bis auf das Auftaktspiel gegen Kroatien (18:18) immer überzeugt und alle weiteren Spiele gewonnen. Prunkstück ist die Abwehr mit den beiden "Riesen" Tschepkin und Perez, keine andere Mansnchaft spielt im Angriff derart schnell wie die Iberer, die sich auf den glänzend disponierten Spielmacher Tanat Duschebajew verlassen können.

Weltmeisterschaft: 5. Platz 1986, 199, 1993

Olympische Spiele: Bronze 1996, 5. Platz 1980, 1992

WM 197: Platz 7

Europameisterschaft: 1994 5. Platz, 1996 Silber

Deutschland:

Deutschland ist die einzige Mannschaft, die vor Turnierbeginn von den Experten nicht unbedingt im Halbfinale erwartet wurde. Aber nach der unglücklichen Auftaktniederlage gegen Schweden (20:21) steigerte sich das Team von Heiner Brand in jedem Spiel und hat schon jetzt das beste internationale Ergebnis seit der WM 1995 in Island (Rang vier) erreicht. Die "Dinosaurier" Martin Schwalb (34) und Bogdan Wenta (36) haben die Erwartungen wie die gesamte deutsche Mannschaft erfüllt. Die Abwehr mit dem überragenden Torhüter Jan Holpert hat den Grundstein zum lange ersehnten Höhenflug gelegt, jetzt ist auch der Titelgewinn kein Traum mehr, die erste Medaille seit Olympia 1984 realistisch.

Bisherige Erfolge:

Weltmeisterschaft: Gold 1938, 1954, 1978, Silber 1970 (DDR), 1974 (DDR); Bronze 1978 (DDR und 1986 (DDR).

Olympische Spiele: Gold 1980 (DDR), Silber 1984

WM 1997: nicht qualifiziert

Europameisterschaft: 1994 9. Platz, 1996 8. Platz


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